Eine Börsendekade neigt sich dem Ende

Anbei möchte ich kurz vor dem Ausklang dieses abwechslungsreichen Jahres 2009 eine kurze Übersicht über die Top-Performer auf 10 Jahressicht geben. Angefangen mit dem Dotcom-Crash erlitten die Leitindizes zu Beginn des Jahrtausends herbe Verluste, um dann in einer fulminanten Rallye bis an die Hochs in den Jahren 2007 und 2008 zu laufen. Was dann geschah, ist uns allen noch in guter Erinnerung – die globale Finanzkrise zwang erneut diverse Assetklassen in die Knie, Aktien und Rohstoffe allen voran.

Mittlerweile haben sich die Märkte von ihren Tiefs wieder erholt und es ist an der Zeit, kurz einen Blick auf die 10-Jahres Performance der globalen Aktienmärkte zu werfen. Auf Platz 10 steht der nordische OMX Tallinn Index aus Estland mit einer Performance von +366,61%. Stärker entwickelte sich der DSM 20 aus Qatar mit immerhin +434,44% in 10 Jahren, dicht hinter dem slowakischen Aktienmarkt (SAX) mit einem Plus von 438,96%. Über ein Plus von 545,10% freuen sich Investoren, die dem Hang Seng Index in Hong Kong vertrauten. Dank dem Fall des eisernen Vorhangs hat sich auch die Wirtschaft in Rumänien prächtig entwickelt, mit +551,60% schaffte es der rumänische Aktienindex BET auf den sechsten Platz. Der Bangladesh Stock Exchange verfügt über eine Marktkapitalisierung von 27,4 Mrd. US$ und generierte in 10 Jahren ein Plus von 559,80%, das reicht für den fünften Platz im Vergleich. Der rohstofflastige RTS aus Russland profitierte vom Rohstoffboom der vergangenen Jahre und schafft es trotz herber Rückschläge mit +726.77% auf den vierten Platz (der Index wird übrigens auf einer US-Dollar Basis berechnet).

Der ebenfalls russische MICEX Index fasst die 30 meistgehandelten russischen Aktien zusammen und schaffte es mit +732,25% aufs Treppchen: Platz 3. Eine Wette auf die Wirtschaft in Peru hätte sich noch besser bezahlt gemacht, beachtliche +845,36% kam der Index in diesem Jahrzehnt voran. Nur der erst 1997 eröffnete ukrainische Aktienmarkt erreichte noch etwas mehr: mit +900,84% gelang den Anlegern eine Verzehnfachung ihres eingesetzten Kapitals. Die Berichte sind einem Artikel des BusinessInsiders entnommen.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und erfolgreiche Geschäfte im neuen Jahr 2010.

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+366.61%

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Thanksgiving, geben ist seliger denn nehmen

Das ist auch das Motto am heutigen Handelstag, die Märkte zeigen durch die Bank eine auffällige Schwäche an. Der europäische Leitindex Eurostoxx50 liegt zur Stunde rund 106 Punkte bzw. 3,7% im Minus, der deutsche Index DAX gibt rund 3,3% ab. Der Euro notiert gegenüber der US-Währung ca 1% tiefer. Auffällig ist die relative Schwäche des Automobilwerts Porsche.

Als Grund hierfür wird die klamme Situation in Dubai angeführt, Investoren fürchten nach einem Schuldenmoratorium um die Zahlungsfähigkeit des hochverschuldeten Landes. Das Land ist vor allem in USD verschuldet, von rund 60 Milliarden Dollar ist die Rede. Aus den USA selbst fehlen aufgrund des Feiertags derzeit die Impulse.

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Ölpreis nach Lagerdaten deutlich im Plus – Öl als Inflationsschutz

oeltankerEuro auf Jahreshoch, der Goldpreis erreicht ein neues Hoch und dann noch eine geringere Lagerzunahme als erwartet – diese Umstände katapultierten den Ölpreis im heutigen Handelsverlauf nach oben auf aktuell rund 79$ je Barrel. Analysten hatten zuvor einen Zuwachs von 1,4 Mio. Barrel erwartet, das American Petroleum Institute berichtete aber einen Zuwachs von lediglich 1 Mio Barrel an Rohöl-Sorten. Der Blogger Nico Popp beschäftigt sich heute im Aktien-Blog mit der Frage, ob Öl als Krisenwährung, d.h. zum Schutz vor einer etwaigen monetären Inflation (analog zum Edelmetall) tauge.

Bemerkenswert ist, dass Asien mittlerweile die USA im Rohölbedarf abgelöst hat und dieser Trend dürfte vermutlich anhalten. US-Präsident Obama will Medienberichten zufolge nämlich die Treibhausgas-Emissionen in den USA langfristig auf ein Niveau senken, welches 17% unter dem Wert des Jahres 2005 liegt – ein ambitioniertes Vorhaben welches ein Novum für den einstigen Klimasünder Amerika gilt. Leider gestaltet sich die physische Lagerung von Öl sehr viel komplizierter als die Lagerung von Edelmetallen – es sei denn, sie haben zufällig einen passenden Öltanker zur Hand.

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IPO Gerüchte um Twitter, Facebook – Internethype 2.0?

Ist es die Entspannung an den Aktienmärkten, die enorme Liquiditätsflut oder macht’s die Mischung? Jedenfalls gibt es derzeit einige heiße Gerüchte rund um die Börsengänge von Twitter.com sowie dem mittlerweile allseits bekannten Social-Network Facebook. Parallelen zum Internetboom zu Beginn des Jahrtausends tun sich auf.

twitterDie Welt zwitschert
Promis, Politiker und Leute wie du und ich teilen der Welt ihre Gedanken immer häufiger in Form von 140 Zeichen langen Textnachrichten mit, durch einen Account beim Internetdienst Twitter.com. Der erfreut sich über eine beachtliche Mitgliederanzahl, erwies sich bereits als ziemlich nützlich um mit der iranischen Opposition während der Ausschreitungen in Kontakt zu bleiben und die Bekanntheit der Marke wächst Tag für Tag. Was dem Unternehmen aber fehlt sind Umsätze oder gar Gewinne, da der Dienst völlig entgeltfrei genutzt werden kann – bis heute wurde kein einziger Dollar Umsatz durch etwaige Werbe- oder Sponsoreinnahmen generiert. Die Kosten für Infrastruktur und Betrieb steigen jedoch in Korrelation zu den Nutzern stetig an. Hier muss noch Überzeugungsarbeit geleistet werden um potentiellen Anteilseignern klar zu machen, wie Geld verdient werden kann.

Die Telebörse zeigt drei denkbare Szenarien auf: der Dienst könnte kostenpflichtig werden. Da dürfte bei einem Gros der Zwitscher-Community der Spass aufhören und die Nutzerzahlen könnten tannenbaumartig zurück gen Nullmarke gehen. Zweitens: Twitter versucht ähnlich wie Platzhirsch Google, content-basierte Werbeschaltungen einzublenden. Inwiefern sich nützliche Informationen aus 140 Zeichen ziehen lassen bleibt abzuwarten. Oder drittens: Informationen über Interessen und Nutzungsverhalten werden für kommerzielle Zwecke veräußert – dass dieses Modell ebenfalls viele Kritiker auf den Plan rufen würde, ist quasi vorprogrammiert. Wer sich für einen etwaigen Kauf von Twitter-Aktien rüstet, sollte sich daher selbst die Frage stellen ob der Internetdienst jemals profitabel werden kann.

facebooklogoFacebook überall
In Behörden und Unternehmen muss die Internetseite des Dienstes schon gesperrt werden, um die Produktivität der Mitarbeiter erhalten zu können – der Social-Networking Hype hat längst Einzug in unsere Gesellschaft gehalten. Neben bekannten Diensten wie Xing, Studivz, Lokalisten und Co gibt es einen Anbieter, welcher Mitgliedermässig alle in den Schatten stellen dürfte: die Rede ist von Facebook. Nicht weniger als 300 Mio. Mitglieder zählt Facebook derzeit und darf sich damit als größtes soziales Netzwerk der Welt bezeichnen.

Gerüchte um einen Börsengang konkretisieren sich, Gründer Mark Zuckerberg plant ähnlich wie damals Google die Einführung von Class A- und B-Shares (erstere haben eine höheres Stimmrecht) zur Erhaltung der Macht. Bisher erlöste Facebook bereits mehrere Hundert Millionen Dollar durch den Verkauf von Minderheitsanteilen – der Gigant Mircosoft nahm Facebook vor zwei Jahren einen Anteil von 1,6% für rund 240 Mio. Dollar ab, was Schätzungen auf den enormen Marktwert der Bits und Bytes zulässt. Analysten erwarten einen Börsengang nicht vor Mitte des kommenden Jahres – sind sich aber sicher: der IPO dürfte für reichlich Wirbel auf dem Parkett sorgen.

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Gold arbeitet sich auf 1200$ vor

Goldpreis 2009Goldene Zeiten für den Goldpreis: knapp einen Monat nach der letzten Analyse zeigt sich recht deutlich, welchen Weg die Preisbildung des Edelmetalls eingeschlagen hat. So liegt der derzeit umsatzstärkste Dezember Future-Kontrakt bei mittlerweile 1170$ pro Feinunze, das entspricht einem Zuwachs von über 15% seit der letzten Betrachtung.

Am gestrigen Handelstag lag der Preis kurzzeitig etwas höher bei 1174$, nachdem der Dollar weiter an Wert gegenüber dem Euro verloren hat und der Iran Angriffsszenarien gegen die eigenen Atomanlagen geprobt hat. Das nächste Kursziel dürfte demnach bei der runden Marke von 1200$ liegen.

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DIALOG Semiconductor – 1400% waren drin…

Glückwunsch an alle, die eine Spekulation auf die Papiere der DIALOG Semiconductor PLC gewagt haben. Von ihrem Intraday-Tief von rund 0,41€ im Oktober vergangenen Jahres sprangen die Anleger wieder auf und führten die Aktie bis auf 6,30€ – das entspricht einer Performance von rund 1400% in weniger als einem Jahr. Aktuell konsolidiert der Wert, solange die Unterstützung im Bereich von 5,50€ hält sieht es weiter gut aus.

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Sollte das Jahreshoch überschritten werden können, wäre der nächste Widerstand im Bereich von 9€ fällig. Es gilt zu beachten, dass gerade diese Branche eine sehr zyklische darstellt, d.h. eine unterbrechungsfreie Rallye setzt einen weiterhin bullisch gelaunten Gesamtmarkt voraus.

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Charttechnische Betrachtung DAX® – wie geht es weiter?

Nach einer schönen Aufwärtsbewegung werden Anzeichen einer Konsolidierung ersichtlich. Nun werden aus meiner Sicht mehrere Szenarien deutlich: sollte der Index sich über der Marke von rund 5600 Punkten halten können, bleibt eine bullische Bewegung die favorisierte. Der DAX sollte dann bis an die Marke von rund 5900 Zählern -dem bisherigen Jahreshoch eben- heranlaufen können. Eine technisch gesehen „gesunde“ Korrektur würde im Rahmen des ausgebildeten Dreiecks eine Seitwärtsrange aktivieren, in diesem Fall wäre eine Jahresendrallye eher unwahrscheinlich. Sollte der Index unter die Marke von ~5350 wegkippen, wäre ein größeres Verkaufssignal erzeugt und ein Bruch der 5000-Punkte Marke wäre möglich.

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Arques Industries – geht das nochmal gut?

Die zuletzt stark in die Kritik geratenen Firmen-Schnäppchenjäger und Restrukturierer konnten heute zwischen den Zeilen durchaus positives berichten. So will man im kommenden Jahr wieder auf Wachstum setzen, und als Termin für den nächsten Zukauft wurde gar das Ende 2009 forciert. Parallel dazu könne man Beteiligungen zum Verkauf stellen, allen voran Campingausrüster Fritz Berger und die Golfsport-Kette GolfHouse.

Aufgrund von Abschreibungen musste das Unternehmen bis dato im laufenden Jahr Verluste von über 125 Mio. € hinnehmen, nach über 140 Mio. € Verlust im vergangenen Jahr. Die aus dem Siemens Konzern abgespaltete Beteiligung Gigaset stecke laut der Zwischenbilanz derzeit am tiefsten in der Umstrukturierung.

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Eine Wette auf die Arques Aktie ist eine Wette auf die wieder anziehende Konjunktur in Europa, welche trotz aller Phantasie entsprechende Risiken birgt. Bei der Betrachtung des (bewusst linear gewählten) Charts zeigt sich, dass noch reichlich Luft nach oben existiert. Der Kurs hat ausgehend von seinem Allzeithoch über 97%  an Wert eingebüßt.

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Quo vadis, Goldpreis – was passiert mit dem Gold

Die magische Marke von 1000$ je Unze des gelben Edelmetalls teilte die Goldanhänger in zwei Lager. Für die eine, breite Mehrheit stand fest: der Übergang in vierstellige Kursregionen wird nur der Anfang sein, eine selten da gewesene Rallye wird einsetzen und den Goldpreis auf neue ungesehene Allzeithochs schicken, während es mit der Weltwirtschaft rapide bergab geht respektive selbige in eine eklige Hyperinflation gezogen wird, der schäbige Dollar wird ohnehin in naher Zukunft wertlos verfallen.

Das zweite Lager dagegen runzelte die Stirn, spottete über die breite Anlegerschar welche sich derweil mit eigenem Gemüsebeet, Notstromaggregaten und allerlei Goldbaren und Krügerrand-Münzen eindeckte. Die Krise sei ja ohnehin komplett überstanden, die Wirtschaft erholt sich, neue Hochs an den dank günstigem Geld befeuerten Aktienmärkte und eine robuste Konjunktur werden Arbeitslosigkeit, Zukunftsängste und den Credit Crunch in Kürze ad acta legen. High-Yield Bonds und riskante Wertpapiere von wackeligen Banken und Versicherungen können getrost gekauft werden, Lehman, HRE und all die sonstigen Kürzel und Geschichten – was solls. Die Institute sanieren sich, indem sie die verängstigte Anlegergemeinde mit überteuerten und intransparenten Goldzertifikaten, Gold-Fonds und Gold-ETCs versorgen. Heile Welt volle Fahrt voraus.

Es stand also fest – sobald die Kurse auf eben jene psychologisch wichtige Marke prallen, wird großes passieren. 1400$ oder eben 700$, darüber und darunter ist freilich nichts ausgeschlossen. Jetzt ist es soweit und es passiert wieder einmal das, was wenige erwartet haben: der Kurs bewegt sich in einer Seitwärtsrange, Richtungsentscheid ist vertagt. Die einen reden von Gewinnmitnahmen, die anderen sehen Verschwörungstheorien – es soll keine neue Zweitwährung geboren werden, das „alte“ System wehrt sich gegen die glitzernde Konkurrenz.

Welches Lager Sie auch bevorzugen, Argumente gibt es für beide Szenarien zuhauf, ein paar wenige sind auch recht plausibel. Da gibt es den schwachen Dollar, die Chinesen die keine Lust auf amerikanische Staatsanleihen mehr haben, zunehmende Risiken in den Geldhäusern, welche die Börsen der Welt nicht mehr als das größte Übel sondern wieder verstärkt als lukratives Kasino sehen. Und das reichlich vorhandene Geld, irgendwo muss es ja hin. Gestern Öl, heute Gold? Amerikanische Adressen sollen massiv Gold leer verkauft haben, um dem zügellosen Spiel Einhalt zu gebieten (oder eben um den schnellen riskanten Dollar zu machen, je nach Betrachtungsweise).

Um diesen Blog-Eintrag gelungen abschließen zu können, sollte ich meine persönliche Einschätzung abgeben – der Welt erklären, wohin die Reise geht, wie Sie viel Geld in kurzer Zeit machen können! Wenngleich viele Webseiten genau dieses versuchen möchte ich ehrlich gegenüber den Lesern meines kleinen, aus Kleinanlegersicht geschriebenen Blog sein: ich habe nicht den Hauch einer geringsten Ahnung, wie es mit dem Goldpreis weiter gehen wird. Das oft implizierte „Es geht hoch, runter oder seitwärts“ lässt sich von großen Analysten geschickter in Worte und leere Phrasen verpacken, auch das möchte ich mir an dieser Stelle sparen. Sicher aber ist, dass es weiterhin spannend bleibt und stets auch die Korrelation zu den Aktien- und Rentenmärkten interessante Schlüsse zulässt.

Goldpreis 2009

Was sagen Sie zum Goldhype?

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Auftragseingänge schlecht, Arbeitsmarkt noch mieser

Die Aufträge in der US-Industrie gingen im August um rund 0,8% zurück, was für Ernüchterung an den Aktienmärkten sorgte. Für die schlechte Stimmung dürften allerdings auch maßgeblich die zuvor veröffentlichten Jobzahlen verantwortlich sein, insgesamt gingen im abgelaufenen Monat in der US-Wirtschaft über 250.000 Jobs verloren. Der Konsens sah jedoch einen Rückgang von nur 175.000 Stellen vor. Die Arbeitslosenquote in den USA ist derzeit mit der des EU-Raums vergleichbar.

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