Ob das gut gehen wird?

Der erste deutsche IPO des Jahres 2008 ist der Going-Public der ROPAL Europe AG. Das Unternehmen glänzt im wahrsten Sinne des Wortes mit einer neuartigen Oberflächenbeschichtungstechnologie, mit welcher es möglich sein soll, eine Chromoptik zu erzeugen ohne dass tatsächlich Chrom oder verwandte Schwermetalle verwendet werden müssen.

Im laufenden Jahr erwartet man einen Umsatz in Höhe von rund 9 Mio. Euro und CFO Mairhöfer erklärt, dass man mit einer EBIT-Marge von rund 60% arbeiten kann. Der potenzielle Absatzmarkt dürfte durch das umweltverträgliche Verfahren sehr groß sein und auf der Unternehmenswebseite wirbt man mit Referenzkunden wie Henkel. Ein Patent für das angewandte Verfahren soll zudem in Kürze erteilt werden, und Alleinstellungsmerkmale am Markt kommen bekanntlich immer gut. Zusammenfassend kann man sagen, dass es an Phantasie definitiv nicht mangelt und die Zukunftsaussichten für Ropal glänzend sein könnten.

Dennoch bin ich nach wie vor skeptisch. Zum einen notiert die Aktie (es wird seit Freitag gehandelt) im Entry Standard, welcher bestenfalls dürftig reguliert wird. Besonders in Zeiten, in denen es etwas heftiger an den Weltbörsen zuging, wurde hier massiv Kapital abgezogen. Im Vergleich zu den großen Leitindizes hat der Entry Standard mit derzeit 633 Punkten kaum Boden gut gemacht und notiert nahe des Jahrestiefs. Zum anderen ist die Aktie mit dem derzeitigen Kurs von knapp 11 Euro recht ambitioniert bewertet (rund 60 Mio. Marktkapitalisierung). Ausserdem denke ich auch an die Mühlhan AG, welche auch Dienstleistungen rund um Oberflächenschutz anbietet (jedoch hier vor allem im maritimen Bereich, insbesondere Korrosionsschutz ist deren Fachgebiet). Dieses Entry Standard Unternehmen erfreute sich über starke Kurszuschläge nach dem IPO, der Absturz ließ aber nicht lange auf sich Warten und seitdem dümpelt der Wert vor sich hin, sehr zum Leiden der Investoren. Damals wurden vor allem Börsenbriefe angeprangert, welche massiv zum Einstieg getrommelt haben.

Wer die Ropal Aktie gezeichnet hat, darf sich über gute Zeichnungsgewinne freuen (Emission erfolgte zu 7,50€) und dürfte eventuell geneigt sein, diese mit zu nehmen. Mir wäre ein Engagement derzeit auf jeden Fall zu heiß und ich empfehle die Risiken nicht zu unterschätzen. Erst einmal sollten Kurse von über 10€ nachhaltig gehalten werden können, ehe man an eine Depotbeimischung denkt.


Wertpapiere in diesem Beitrag:

  Wertpapier Kurs Veränderung Börse
ENTRYDAX KURS-INDN/A € (+0,94)GER
ROPAL EUROPE2,95 €0,00% (0,00)Xetra
MUEHLHAN2,94 €-0,17% (-0,01)Xetra

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Der richtige Draht

Meines Erachtens ist die Aktie von LEONI einen Blick wert. Das Unternehmen (welches übrigens aus meiner Heimatstadt Nürnberg stammt) ist spezialisiert auf dem Gebiet Kabel, Drähte und Bordnetz-Systeme. Das Unternehmen sieht sich selbst auf einem erfolgreichen Wachstumskurs und konnte die gesteckten Umsatz- und Ergebnisziele übertreffen. Die präsentierten Zahlen können sich tatsächlich sehen lassen: der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2007 um 12,3%. Das Ergebnis blieb in Etwa auf Vorjahresniveau, begründet wird dies durch hohe Vorleistungen für künftige Aufträge. Zudem ließ man bereits durchblicken, dass die Dividende wohl um 10 Cent je Anteil erhöht wird, also auf 0,90€. Gemessen am derzeitigen Aktienkurs wären dies ca. 2,5%, für ein expandierendes Unternehmen ein ordentlicher Wert.

Der richtige Draht (cf541469e4 300x200)Und siehe da, vor wenigen Tagen kaufte sich die NÜRNBERGER Beteiligungs AG ein weiteres Stück von LEONI ins Depot. Und auch die Allianz lässt nicht lange bitten und hält derzeit laut Adhoc Meldung über 3% der Anteile. Und wer auf der Käuferseite steht, hat zudem derzeit die Charttechnik auf seiner Seite. Der signifikante Kreuzwiderstand im Bereich von 32,60€ konnte erfolgreich per Wochenschlusskurs überwunden werden, so dass weitere Kursanstiege wahrscheinlich sind. Meine Einschätzung ist, dass LEONI auch in Zukunft an der immer weiter zunehmenden Komplexität der elektronischen Verkabelung in Fahr- und Flugzeugen profitieren wird und man mit diesem MDAX Titel langfristig Gewinne einfahren kann!


Wertpapiere in diesem Beitrag:

  Wertpapier Kurs Veränderung Börse
LEONI N15,71 €+5,44% (+0,81)Xetra

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ETFs eine Alternative…?!

Ich möchte mich heute mit einem Investmentprodukt befassen, das derzeit einen wahre Boomphase erlebt, den ETFs (Exchange Traded Funds). ETFs sind sind an der Börse gehandelte Fonds die zumeist einen Index 1:1 nachbilden sollen (tracken). Heutzutage werden jedoch nicht nur Leitindizes abgebildet, sondern spezielle Branchen- ETFs, sogenannte Baskets oder Aktienkörbe, aufgesetzt. Hier dürfte für jeden etwas dabei sein, ganz gleich ob man die Performance von Rohstoff-, Banken oder Pharmaaktien nachbilden möchte.

Warum in einen ETF investieren und nicht in traditionelle aktiv gemanagte Investmentfonds?

ETFs besitzen einige Vorteile gegenüber den bekannten Fondsarten. So fallen für sie nur ein Bruchteil der Verwaltungskosten an. Bei einem passiv gemanagten Exchange Traded Fund beträgt die Gebühren Range nur wenige zehntel Prozent, wo hingegen man bei klassischen Fonds mit bis zu drei Prozent kalkulieren muss. Doch nicht nur die Kosten machen ETFs interessant. Zu beachten ist das ETFs versuchen die Performance des Index zu kopieren und nicht eine Outperformance wie aktiv gemanagte Investmentfonds zu erreichen. Dieser Versuch Outperformance zu generieren scheitert in den meisten Fällen. Statisken besagen das nur etwa 20% der aktiv gemangten Investmentfonds auch wirklich outperformen, das gros sogar underperformed.

Doch aufgepasst bei der Fondsuche! Die Fondsbranche hat erkannt das die Anleger mit dem Begriff ETF geringe Kosten/Gebühren assoziieren und einige aktive Strukturen in den Mantel von ETFs gepackt bei erhöhten Gebühren von bis zu zwei Prozent.

Mein Fazit:

Ist man bei der Auswahl des ETFs aufmerksam und plant eine langfristige Anlagestrategie bei kalkulierbarem Risiko sollte ein gut diversifiziertes Portfolio durch den Einsatz von Exchange Traded Funds abgerundet werden.


Wertpapiere in diesem Beitrag:

  Wertpapier Kurs Veränderung Börse
DBXT DJS600 HC 1CC53,44 €-0,37% (-0,20)Xetra
DBXT DJS600 BK 1CC40,36 €+1,28% (+0,51)Xetra
DBXT DJS600 O&G 1CC60,82 €+0,88% (+0,53)Xetra
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Hammerharte Aufwärtsbewegung!

Will man einen Wert sehen, welcher selbst in den desaströsen Börsenzeiten der vergangenen Wochen kontinuierlich zulegen konnte, so wäre die K+S genau der richtige Kandidat. Die Aktie ist Mitglied in meinem Liebling der DAX-Familie, dem MDAX. Allen Skeptikern zum Trotz notiert die Aktie derzeit auf einem Allzeithoch von rund 250€ pro Anteil. K+S – was steckt eigentlich hinter diesem wenig aussagekräftigem Firmenname? K+S steht ursprünglich für Kali & Salz und es bezeichnet ein deutsches Bergbauunternehmen mit Sitz in Kassel, welches auf die Förderung dieser beiden Rohstoffe spezialisiert ist. Insbesondere der Trend zu Agrarrohstoffen gab dem Unternehmen enormen Aufschub (Düngemittel). Kurz gesagt – die Branche boomt.

Und dies lässt sich an der Börse teuer verkaufen. Wer vor vier Jahren ein Investment gewagt hat, darf sich mittlerweile über ein Kursplus von weit über 1300% freuen. Immer weiter steigende Rohstoffpreise beflügeln die Phantasie der Anleger. Wie viel Gier ist dabei im Spiel? Schaut man sich die Gewinnsituation im abgelaufenen Jahr an, muss man feststellen dass hier aufgrund von Sondereffekten (Problemen bei Währungsabsicherung gg. dem US$) ein Verlust eingefahren wurde. Da bereits im laufenden Jahr wieder Gewinne erwartet werden, ist diese Tatsache nicht weiter tragisch. Bemerkenswert aber ist, dass dieser Umstand und auch das bärische Sentiment der Aktie nichts anhaben konnten – nimmt man die Zahlen des Geschäftsbericht 2007 und einen Kurs von 250€ her, kommt man auf ein KBV von rund 13 (teuer) und ein KUV von ca. 3 (ebenfalls teuer). KGV und KCV lassen sich aufgrund des Verlusts und des negativen operativen Cashflows gar nicht bestimmen.

Hammerharte Aufwärtsbewegung! (kunds 300x279)

Der K+S Chart biegt sich nahezu vertikal in Richtung Norden, technisch betrachtet darf die Aktie in den Bereich von ca. 103 Euro zurück fallen, ohne den übergeordneten Aufwärtstrend zu brechen! Eine mehrwöchige Korrektur wäre in Anbetracht des Charts zudem von gesunder Natur.

Trotz aller Bedenken und Skepsis – mein persönlicher Glückwunsch geht an alle K+S Aktionäre, deren guter Riecher belohnt wurde. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass K+S mit der aktuellen Marktkapitalisierung und dem hohen Cashflow gute Chancen hat, in den Leitindex DAX aufgenommen zu werden. Sollten größere Rücksetzer kommen, kann man hier also ein gutes Schnäppchen machen.


Wertpapiere in diesem Beitrag:

  Wertpapier Kurs Veränderung Börse
K+S 46,94 €+1,00% (+0,47)Xetra
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Ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten…

Viele Anleger sind im Zuge der Subprime Krise komplett aus Aktien ausgestiegen und halten derzeit einen hohen Anteil Cash. Dieser Umstand ist bei einer Inflationsrate von drei Prozent im Euro- Raum kritisch zu betrachten, da hierbei der Anleger einen Realverlust hinnehmen muss.

Wie soll der Anleger nun reagieren?

Ein Patentrezept für solch stürmische Zeiten gibt es natürlich nicht, jedoch findet man bei genauererEin sicherer Hafen in stürmischen Zeiten... (gold 300x238) Betrachtung sprichwörtlich sichere Häfen. Auf der Rohstoffseite ist wie immer in solch einer Phase das Gold zu nennen. Der Goldpreis legte von 650$ im September 2007 bis zu seinem High Mitte März 2008 auf knapp 1000$ eine wahre Kurs- Rallye hin. Auf dem heutigen Stand von gut 900$ könnte die Anlage in Gold wieder eine Option darstellen. Betrachtet man den langfristigen Aufwärtstrend des Goldpreises würde dieser sogar bei einem Rücksetzer auf 650$ nicht gebrochen werden.

Ich persönlich stehe einer Anlage in Gold jedoch skeptisch gegenüber. Der Goldpreis wird rein spekulativ getrieben, die reale Nachfrage nach Gold ist relativ gering. Bei solch einer Sachlage sehe ich immer die Gefahr einer Blase und eines rapiden Kurssturzes. Deshalb ziehe ich die Anlage in Aktien auch in stürmischen Zeiten vor. Als besonders interessant ist mir die Aktie der Euwax AG aufgefallen.

Die Euwax AG ist die führende deutsche Derivate Börse und erwirtschaftete im Jahr 2007 einen Jahresüberschuss von 22,8 Mio.€ das bedeutet 4,43€ pro Aktie. Auf dem jetzigen Kursniveau von 48€ errechnet sich ein Kurs- Gewinn- Verhältnis (KGV) von 10,8. Jedoch ist meiner Ansicht nach nicht die günstige Bewertung der Aktie ein Kaufsignal sondern das Übernahmeangebot der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. das derzeit auf 40,82€ taxiert wird. Die Höhe des Übernahmeangebots ist natürlich etwas grotesk, da sich die börse-stuttgart Holding verpflichtet hat in den nächsten 5 Jahren (beginnend 2008) eine Garantiedividende von 3,75€ je Aktie zu zahlen. Das entspricht einer Dividendenrendite von 7,8%.

Einige Analysten nennen einen Fair- Value der Euwax AG Aktie von knapp 100€. Diesen Optimismus kann ich nicht vollständig teilen, aber die 70€- Marke sollte auf Jahressicht ein realistisches Ziel sein bei einem Kapitalschutz in Höhe des Übernahmeangebots. Somit bietet die Investition in Euwax meiner Ansicht nach größere Chancen als Risiken und kann deshalb als “sicherer Hafen in stürmischen Zeiten” bezeichnet werden.


Wertpapiere in diesem Beitrag:

  Wertpapier Kurs Veränderung Börse
EUWAX52,10 €-2,71% (-1,45)Xetra
Geschrieben in Gold, Nebenwerte, Rohstoffe, Subprimekrise | 2 Kommentare

Bank zu verschenken!

Erst Northern Rock, dann Bear Stearns. Die Bankenkrise scheint unaufhaltsam! Ein altes Sprichwort lautet: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Lassen Sie uns diesen Spruch umkehren und antizyklisch agieren. Obwohl der Bankensektor derzeit mit ernsten Problemen zu kämpfen hat und es sicherlich noch einige böse Überraschungen geben wird – es gibt auch einige Aktien, die meines Erachtens zu Unrecht in einen dramatischen Abwärtstrend gerissen wurden. Mir fallen derzeit drei passende Papiere ein – entschieden habe ich mich für die Royal Bank of Scotland.

Die RBOS ist eine international agierende Großbank mit Sitz in Edinburgh, England. Die RBOS zählt rund 130.000 Mitarbeiter und ist laut WikiPedia auf Platz 8 der größten Banken weltweit. Insbesondere im anglosächsischen Raum ist RBOS engagiert, vor allem in United Kingdom hat sich die Bank seit der Übernahme von Nat West einen Namen gemacht. Jüngst wurde gemeinsam mit der holländischen Fortis-Gruppe und der spanischen Santander Bank die ABN Amro übernommen. Die Strategie dahinter liegt wohl im Ausbau des Retail-Geschäfts. Wer wie ich gerne TV sieht, hat sicherlich die auch hierzulande aggressive Werbekampagne der RBOS wahr genommen. Bunte TV-Spots werben mit Krediten, welche zu unter 5% feil geboten werden.

Lassen Sie uns einen Blick hinter die Kulissen, also auf das aktuelle Jahresergebnis werfen. Einige Fakten (bitte behalten Sie die aktuelle Kreditkrise beim Betrachten der Zahlen im Hinterkopf!):

- Group operating profit up 9% to £10,282 million
- Profit after tax up 19% to £7,712 million
- Adjusted earnings per ordinary share up 18%
- Total dividend up 10% to 33.2p

Hier wird ersichtlich, wie wenig die RBOS von der Hypothekenkrise bis dato tangiert wurde. Entgegen vieler Skeptiker konnte das Ergebnis um nahezu 10% gegenüber dem vorherigen Rekordjahr gesteigert werden. Lässt man den Erwerb der ABN außer Acht, sehen die Zahlen sogar noch einen Tick besser aus! Es scheint, als hätte die Subprimekrise die RBOS bisher einfach übersehen. Wirklich interessant wird es, wenn wir uns die Entwicklung des Aktienkurses vor Augen führen: dank einer Sippenhaft der Finanzbranche hat die Marktkapitalisierung der RBOS rund 60% gegenüber des 52-Wochen Hochs einbüßen müssen. Konkret bedeutet dies, dass der Buchwert der RBOS bei rund 0,90 liegt, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt unter 6, und der CIR bei unglaublich effizienten 41%. Was ist der CIR? Unter CIR versteht man das Cost-Income-Ratio (Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag). Diese Kennzahl ist insbesondere bei Finanzinstituten verbreitet, der Durchschnitt liegt gemäß meiner Erinnerung in Deutschland bei rund 60-70. Desto geringer der Wert, desto effizienter die Wirtschaftlichkeit der Bank. Und der Wert der Royal Bank of Scotland (welche Sie bitte nicht mit der Bank of Scotland verwechseln) ist mehr als phänomenal.

Bank zu verschenken! (rbs facts)

Langer Rede, kurzer Sinn: Selbst wenn wir derzeit eine Bankenkrise erleben müssen, diese gab es immer wieder. Wie oft wurde der Teufel an die Wand gemalt und- Banken gibt es immer noch. Ich persönlich sehe die aktuelle Lage als eine Konsolidierung, jetzt wird sozusagen die Spreu vom Weizen getrennt. Die Aktie der RBOS ist im wahrsten Sinne des Wortes eine sichere Bank wenn Sie eine vernünftige Langfristanlage suchen, nicht zuletzt wegen der Dividendenrendite von rund 10%.


Wertpapiere in diesem Beitrag:

  Wertpapier Kurs Veränderung Börse
0,00 €0,00% (0,00)Xetra
FORTIS2,80 €+4,36% (+0,12)Xetra
ROYAL BK SCOTL GR0,44 €+1,85% (+0,01)Xetra
Geschrieben in Bluechips, Subprimekrise | 3 Kommentare

Im Sog der Gewinnwarnung

War die Gewinnwarnung von General Electric ein Ausnahmefall, oder steht uns eine Welle enttäuschender Bilanzen ins Haus? Der Handelsstart am Freitag sah zunächst optimistisch aus, jedoch trübte sich das Bild mit Bekanntgabe der Quartalsbilanz des US-Platzhirsch General Electric schlagartig ein. Nach einer beachtlichen Zwischenrallye sind die Sorgen also wieder da. General Electric teilte nämlich nicht nur mit, das Quartalsziel verfehlt zu haben – auch die Prognose für das laufende Jahr wird seitens des Managements in Frage gestellt. Ursprünglich war nämlich ein Gewinn von 2,42 US-$ je Anteilschein versprochen worden. Der Gewinn im ersten Quartal erreichte jedoch nur 0,44$ je Aktie – ein Rückgang um satte 8%. Die Reaktion des Marktes kam prompt (minus 13,45%) und weißt starke Parallelen zum deutschen Mitbewerber Siemens auf – dessen Papiere kamen vor rund zwei Wochen ähnlich unter Druck, nachdem Vorstandsvorsitzende Löscher ebenfalls eine Gewinnwarnung veröffentlichte- begründet unter anderem mit Problemen im Kraftwerkbau.

Interessant wird diese Tatsache auch aus der makroökonomischen Perspektive: beide Mischkonzerne sind stark am amerikanischen Markt engagiert und nahezu ausschließlich im Business to business Geschäft zuhause, in welchem Marktabschwächungen erfahrungsgemäß sehr früh festgestellt werden können. Aufgrund dessen und der vielfältigen Tätigkeitsbereiche sind sie daher gut als Barometer für das wirtschaftliche Gesamtbild in den USA geeignet. Und wenn wir daran glauben, dürfte die Rezession nicht nur drohen, sondern bereits in vollem Gange sein.

General Electric

Trotzdem sind GE-Aktien derzeit günstig zu haben. Wirft man einen Blick auf die P/E-Ratio (KGV), so stellt man fest dass die Aktien seit 2003 nicht mehr derart günstig waren und trotz stagnierender Gewinne die Marktposition insbesondere im Kerngeschäft sehr solide ist. Wer einen Einstieg plant, sollte die Charttechnik auf seine Seite ziehen und erst nach einem Ausbruch über die 34$ Marke eine Position auf- bzw. ausbauen.


Wertpapiere in diesem Beitrag:

  Wertpapier Kurs Veränderung Börse
SIEMENS N67,78 €+1,09% (+0,73)Xetra
GENERAL ELECTRIC12,06 €-0,66% (-0,08)Xetra
Geschrieben in Bluechips, USA | Keine Kommentare

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