Schon wieder eine große Blase?

Was ist bei den US-Staatsanleihen eigentlich los? Ganz nüchtern betrachtet müssten sie eigentlich im Keller liegen. Die USA plant gigantische Konjunkturprogramme und verschuldet sich in noch nie da gewesenem Ausmaß, die Credit Default Swaps, also die Prämien gegen einen Kreditausfall steigen rasant – und dennoch flüchten die Anleger in amerikanische Staatsanleihen… teilweise mit negativen Renditen, die Rendite einer 10-Jahres Anleihe liegt bei rund 2%. Würden Sie einem Schuldner immer niedrigere Zinsen auf einen Kredit gewähren, wenn Sie wissen dass es um dessen Zukunft nicht rosig bestellt ist und er im Begriff ist, den gigantischen Schuldenberg auf dem er ohnehin schon sitzt, in Rekordtempo weiter auszuweiten? Hätten Sie keine Angst, dass diese Schulden nie beglichen werden können? Würden Sie denn eigentlich nicht lieber Sachwerte kaufen, wenn obendrein die Notenbanken der Welt die Märkte mit Geld überfluten und eine starke Geldentwertung d.h. Inflation in der Zukunft zwangsläufig erwartet werden muss? Übrigens, die Geldmengenausweitung toppt gerade die Entwicklungen vor Beginn des Zweiten Weltkrieges oder der großen Depression in den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den Schulden der Bundesrepublik ab, der Bund Future steht aktuell bei 126 Punkten. Die FT meldet, dass der Bund bei der letzten Auktion nicht das komplette Anleihevolumen platzieren konnte. Und in der deutschen FTD ist ein lesenswerter Artikel mit Hintergründen zur Entwicklung der US-Bondpreise.

Ich denke, ganz gleich welche grausame Facetten diese Wirtschaftskrise uns noch zeigen wird, dass Staatsanleihen stark fallen werden. Und welche ökonomischen Folgen das insgesamt haben könnte, wenn Staaten, die momentan noch mit starker Hand der Wirtschaft unter die Arme greifen, kein Geld mehr bekommen, darüber möchte man lieber gar nicht nachdenken.