Bank zu verschenken!

Erst Northern Rock, dann Bear Stearns. Die Bankenkrise scheint unaufhaltsam! Ein altes Sprichwort lautet: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Lassen Sie uns diesen Spruch umkehren und antizyklisch agieren. Obwohl der Bankensektor derzeit mit ernsten Problemen zu kämpfen hat und es sicherlich noch einige böse Überraschungen geben wird – es gibt auch einige Aktien, die meines Erachtens zu Unrecht in einen dramatischen Abwärtstrend gerissen wurden. Mir fallen derzeit drei passende Papiere ein – entschieden habe ich mich für die Royal Bank of Scotland.

Die RBOS ist eine international agierende Großbank mit Sitz in Edinburgh, England. Die RBOS zählt rund 130.000 Mitarbeiter und ist laut WikiPedia auf Platz 8 der größten Banken weltweit. Insbesondere im anglosächsischen Raum ist RBOS engagiert, vor allem in United Kingdom hat sich die Bank seit der Übernahme von Nat West einen Namen gemacht. Jüngst wurde gemeinsam mit der holländischen Fortis-Gruppe und der spanischen Santander Bank die ABN Amro übernommen. Die Strategie dahinter liegt wohl im Ausbau des Retail-Geschäfts. Wer wie ich gerne TV sieht, hat sicherlich die auch hierzulande aggressive Werbekampagne der RBOS wahr genommen. Bunte TV-Spots werben mit Krediten, welche zu unter 5% feil geboten werden.

Lassen Sie uns einen Blick hinter die Kulissen, also auf das aktuelle Jahresergebnis werfen. Einige Fakten (bitte behalten Sie die aktuelle Kreditkrise beim Betrachten der Zahlen im Hinterkopf!):

– Group operating profit up 9% to £10,282 million
– Profit after tax up 19% to £7,712 million
– Adjusted earnings per ordinary share up 18%
– Total dividend up 10% to 33.2p

Hier wird ersichtlich, wie wenig die RBOS von der Hypothekenkrise bis dato tangiert wurde. Entgegen vieler Skeptiker konnte das Ergebnis um nahezu 10% gegenüber dem vorherigen Rekordjahr gesteigert werden. Lässt man den Erwerb der ABN außer Acht, sehen die Zahlen sogar noch einen Tick besser aus! Es scheint, als hätte die Subprimekrise die RBOS bisher einfach übersehen. Wirklich interessant wird es, wenn wir uns die Entwicklung des Aktienkurses vor Augen führen: dank einer Sippenhaft der Finanzbranche hat die Marktkapitalisierung der RBOS rund 60% gegenüber des 52-Wochen Hochs einbüßen müssen. Konkret bedeutet dies, dass der Buchwert der RBOS bei rund 0,90 liegt, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt unter 6, und der CIR bei unglaublich effizienten 41%. Was ist der CIR? Unter CIR versteht man das Cost-Income-Ratio (Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag). Diese Kennzahl ist insbesondere bei Finanzinstituten verbreitet, der Durchschnitt liegt gemäß meiner Erinnerung in Deutschland bei rund 60-70. Desto geringer der Wert, desto effizienter die Wirtschaftlichkeit der Bank. Und der Wert der Royal Bank of Scotland (welche Sie bitte nicht mit der Bank of Scotland verwechseln) ist mehr als phänomenal.

Langer Rede, kurzer Sinn: Selbst wenn wir derzeit eine Bankenkrise erleben müssen, diese gab es immer wieder. Wie oft wurde der Teufel an die Wand gemalt und- Banken gibt es immer noch. Ich persönlich sehe die aktuelle Lage als eine Konsolidierung, jetzt wird sozusagen die Spreu vom Weizen getrennt. Die Aktie der RBOS ist im wahrsten Sinne des Wortes eine sichere Bank wenn Sie eine vernünftige Langfristanlage suchen, nicht zuletzt wegen der Dividendenrendite von rund 10%.

Wertpapier Kurs Veränderung Börse
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3 Antworten auf Bank zu verschenken!

  1. Felix sagt:

    Hallo,
    jetzt würde mich aber doch interessieren welche anderen Bankentitel hier noch gemeint sind?

  2. Basti sagt:

    Ja das würde mich aber auch mal interessieren!

  3. Spontan dachte ich noch an die Lloyds oder auch an die Barclays. Die Situation gestaltet sich hier ähnlich, allerdings sehe ich in der RBS noch einen Funken mehr Phantasie aufgrund der ABN Übernahme!

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