IPO Gerüchte um Twitter, Facebook – Internethype 2.0?

Ist es die Entspannung an den Aktienmärkten, die enorme Liquiditätsflut oder macht’s die Mischung? Jedenfalls gibt es derzeit einige heiße Gerüchte rund um die Börsengänge von Twitter.com sowie dem mittlerweile allseits bekannten Social-Network Facebook. Parallelen zum Internetboom zu Beginn des Jahrtausends tun sich auf.

twitterDie Welt zwitschert
Promis, Politiker und Leute wie du und ich teilen der Welt ihre Gedanken immer häufiger in Form von 140 Zeichen langen Textnachrichten mit, durch einen Account beim Internetdienst Twitter.com. Der erfreut sich über eine beachtliche Mitgliederanzahl, erwies sich bereits als ziemlich nützlich um mit der iranischen Opposition während der Ausschreitungen in Kontakt zu bleiben und die Bekanntheit der Marke wächst Tag für Tag. Was dem Unternehmen aber fehlt sind Umsätze oder gar Gewinne, da der Dienst völlig entgeltfrei genutzt werden kann – bis heute wurde kein einziger Dollar Umsatz durch etwaige Werbe- oder Sponsoreinnahmen generiert. Die Kosten für Infrastruktur und Betrieb steigen jedoch in Korrelation zu den Nutzern stetig an. Hier muss noch Überzeugungsarbeit geleistet werden um potentiellen Anteilseignern klar zu machen, wie Geld verdient werden kann.

Die Telebörse zeigt drei denkbare Szenarien auf: der Dienst könnte kostenpflichtig werden. Da dürfte bei einem Gros der Zwitscher-Community der Spass aufhören und die Nutzerzahlen könnten tannenbaumartig zurück gen Nullmarke gehen. Zweitens: Twitter versucht ähnlich wie Platzhirsch Google, content-basierte Werbeschaltungen einzublenden. Inwiefern sich nützliche Informationen aus 140 Zeichen ziehen lassen bleibt abzuwarten. Oder drittens: Informationen über Interessen und Nutzungsverhalten werden für kommerzielle Zwecke veräußert – dass dieses Modell ebenfalls viele Kritiker auf den Plan rufen würde, ist quasi vorprogrammiert. Wer sich für einen etwaigen Kauf von Twitter-Aktien rüstet, sollte sich daher selbst die Frage stellen ob der Internetdienst jemals profitabel werden kann.

facebooklogoFacebook überall
In Behörden und Unternehmen muss die Internetseite des Dienstes schon gesperrt werden, um die Produktivität der Mitarbeiter erhalten zu können – der Social-Networking Hype hat längst Einzug in unsere Gesellschaft gehalten. Neben bekannten Diensten wie Xing, Studivz, Lokalisten und Co gibt es einen Anbieter, welcher Mitgliedermässig alle in den Schatten stellen dürfte: die Rede ist von Facebook. Nicht weniger als 300 Mio. Mitglieder zählt Facebook derzeit und darf sich damit als größtes soziales Netzwerk der Welt bezeichnen.

Gerüchte um einen Börsengang konkretisieren sich, Gründer Mark Zuckerberg plant ähnlich wie damals Google die Einführung von Class A- und B-Shares (erstere haben eine höheres Stimmrecht) zur Erhaltung der Macht. Bisher erlöste Facebook bereits mehrere Hundert Millionen Dollar durch den Verkauf von Minderheitsanteilen – der Gigant Mircosoft nahm Facebook vor zwei Jahren einen Anteil von 1,6% für rund 240 Mio. Dollar ab, was Schätzungen auf den enormen Marktwert der Bits und Bytes zulässt. Analysten erwarten einen Börsengang nicht vor Mitte des kommenden Jahres – sind sich aber sicher: der IPO dürfte für reichlich Wirbel auf dem Parkett sorgen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, IPO abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf IPO Gerüchte um Twitter, Facebook – Internethype 2.0?

  1. Pingback: Facebook und Twitter – wird 2010 das Jahr der großen Börsengänge? | Die Börsenblogger

  2. hajue sagt:

    Nun ja, Facebook würde ich noch eine geringe Chance einräumen – Twitter hingegen dürfte schwer zu monetarisieren sein. Da müsste schon ein neues Geschäftsmodell vom Himmel fallen *g*

    Der Punkt Nutzungsverhalten ist recht interessant, jedoch wäre das Verhalten in Social Networks viel umfangreicher zu belegen. Bei Twitter kann man gewiß eine Statistik über die Anzahl der bit.ly-Links zusammentragen.

    Stelle mir das Nutzerverhalten nicht unbedingt spannend vor. Sollten Unternehmen an aktuell gesuchten Themen insteressiert sein, so bietet google Trends sowieseo schon kostenlose Daten.

  3. Wäschekorb sagt:

    Twitter erinnert mich irgendwie an Second-Life.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.